Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und manchmal den Trend vor lauter Mode nicht.
Also was ist nun genau der Trend? Und da sollten wir uns wieder auf die Bedürfnisse der Menschen beziehen, denn letzten Endes ist es das wofür die Bekleidung und somit die Mode gemacht ist.
Sie ist also einerseits Umhüllung des Körpers, aber gleichzeitig soviel mehr, eben ein Spiegelbild in vielerlei Hinsicht. So unterstreicht Sie die Persönlichkeit eines jeden einzelnen Individuums und gleichzeitig spiegelt Sie gesellschaftliche Strömungen und Zeitgeschehen wieder und wenn wir noch genauer hinschauen, hat Mode auch etwas mit Sehnsüchten zu tun.
Und da sind wir auch schon beim Trend, dem Trend des Beständigen, dem mit Inhalt gefülltem, wir möchten sozusagen wieder etwas, auf das Man(n) sich verlassen kann, entgegen all den leeren Versprechungen mit denen man so abgespeist wird.
Ist es beispielsweise Verdruss über Sätze wie mehr Brutto vom Netto oder die Renten sind sicher, auch wenn das schon ein paar Jahre her ist, ähnliche leere Versprechungen wollen wir einfach nicht hören. Wir wollen keine Schönmalerei, sondern ein Stück mehr Wahrheit und genau so Verhält es sich mit der Mode.
Auch hier, wächst bzw. erwacht ein „neues“ aber vielleicht auch nur wiederentdecktes Bewusstsein für Qualität, für Sachen die länger als eine Saison halten und länger als eine Saison tragbar sind, und darüber hinaus nicht nur leere Versprechungen beinhalten.
Also was bedeutet das nun für die Mode und letztlich für meine Auswahl des Outfits für den „German Hairdressing Award„ 2010/2011.
Nun, für die Mode heißt das soviel wie, wir wollen Bekleidung die Ausdruck unserer Selbst ist, also Profil und Charakter hat und nicht verwechselbar erscheint, und gleichzeitig ein über die Optik hinaus erfahrbares Erlebnis ist.
Das fängt an bei der Stofflichkeit und Haptik und geht vielleicht bis zur Musik oder dem Geruch den ich beim Betreten des Stores oder öffnen des Paketes wahrnehmen kann. Wir wollen nicht solche Kompromisse, wie tolle Optik von der rechten, und ein Art Metzgers Handwerk, auf der linken Warenseite.
Oder nehmen wir einen schönen groben und derbe wirkenden Strickpulli der sich auf der Haut dann anfühlt wie Sägespäne extra hart, das ist ein Grund nie wieder ein Teil dieser Marke zu kaufen.
Um nun also zur Auswahl des Outfits zu kommen, war das eben Beschriebene mein Maßstab. Ich wollte also eine Outfit präsentieren das in jeder Art seiner Wirkung erfahrbar ist.
Unsere Konzeption war es eine straighte starke toughe emanzipierte arabische Frau zu präsentieren, die klassische Hosenformen, aus der HAKA stammend, trägt.
Das beginnt bei einer klassischen Bundverarbeitung mit Schlitz- Schritt und Kniefutter aus Naturfasern beispielsweise mit einem schönem Musterrapport, geht über Bund oder Bügelfalten, französischen Taschen vorn und doppel Paspeltaschen am Gesäß, mit einem von der Hüfte zum Boden gerade fallendem Bein und endet mit gepaspelten Innennähten.
Das war meine beständige Komponente für das Outfit, denn klassische Hosen wird es wohl immer geben, für alle Zeit…eine Hose die sowohl auf dem globalen business Parkett, wie auch im Privatem, auf ganzer Linie überzeugt.
Um nun dem ganzem einen femininen Charakter zu geben, war es mir wichtig eine Hose mit einem Material zu wählen, welches den nötigen weiblichen Esprit versprüht.Eine Hose aus reiner Seide war das perfekte Zusammenspiel, aus klassischer und geradliniger Form und einer weiblichen Anmutung, mit einem wunderschönem Fall und Griff.
Die Korsage griff dann perfekt die weibliche Silhouette im Oberkörper- und Taillenbereich unseres Models auf und mit dem ornamentalem Muster in edel schimmerndem Gold wurde der arabische Typ perfekt in Szene gesetzt.
Mein Ziel war es etwas schon bekanntes mit einer neuen Idee dahinter zu präsentieren und ich denke das ist uns mit diesem Ergebnis gelungen.
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